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Juli und August 2026:Die berühmtetste Dauerbaustelle

„Ewiger Gott, erfülle die ganze Welt mit den Gaben des Hl. Geistes. Was deine Liebe am Anfang der Kirche gewirkt hat, das wirke sie auch heute in den Herzen aller, die an dich glauben.“
Übersicht Gottesdienste Juli 2026

Beim Fußball ist es noch nicht raus, auf welchem Platz Deutschland landet. Bei den Kirchtürmen mussten wir den ersten Platz räumen. Grade mal 11 Meter… lösen den bisherigen Rekordhalter, das Ulmer Münster, als höchsten Kirchturm der Welt ab. Der Christusturm, der dieses Jahr fertiggestellt und im Juni von Papst Leo persönlich eingeweiht wurde, misst ganze 172,5 Meter und gehört zur Sagrada Família in Barcelona. Nach Gaudis Plänen und Vorstellungen entsteht seit über 100 Jahren diese Kirche in Barcelona – die berühmteste Dauerbaustelle der Welt. Gaudi übernahm die Bauleitung 1882 zur Grundsteinlegung, und der erste Turm wurde erst im November 1982- Sie haben richtig gelesen: 100 Jahre später - fertiggestellt…
Und Deutschland ist aber trotzdem noch irgendwie mit dabei, denn in Gundelfingen wurde das 100 Tonnen schwere Turmkreuz für den Christusturm hergestellt: 17 m hoch und 13,5m breit, in etwa wie ein fünfstöckiges Gebäude. Geplant ist auch eine Aussichtsplattform im Inneren dieses begehbaren Kreuzes – die natürlich noch nicht fertig ist…

Das Ende der Arbeiten am Christusturm bedeutet nicht, dass die Sagrada Família

komplett fertiggestellt ist. Bis dahin werden weitere Jahre ins Land ziehen. Der Baulärm wird ein Begleitsound bleiben. Konkrete Prognosen sind schwierig, realistisch dürfte eine Vollendung im Laufe der nächsten 10 Jahre sein - aber wer weiß das schon… Eine immerwährende Baustelle – immer noch nicht fertig und dazu die ein oder andere Reparatur nach 100 Jahren, irgendwas ist immer. Dazu lebt der Bau von Spenden und Eintrittsgeldern und kostet im Jahr einen zweistelligen Millionenbetrag. Der Bau dieser Kirche gleicht einem Abenteuer….

Aber so eignet sich diese Kirche immer wieder neu als Reiseziel – kann man diese Kirche doch immer wieder besuchen und sie ist immer wieder anders… so ist und bleibt die Sagrada Família als Teil der Skyline von Barcelona ein Touristenmagnet.

Die Einweihung des weitgehend fertigen Christusturms war ein großes Ereignis, anl. des 100. Todestages von Antoni Gaudi im Juni, mit jeder Menge Prominenz aus dem In- und Ausland, incl. spanischem Königspaar und 8.000 Gästen. Auch wenn die Sagrada Familia noch nicht fertig ist – sie ist auf jeden Fall eine Reise wert.

Diese „berühmteste Dauerbaustelle der Welt“ ist auch ein gutes Bild für Kirche an sich – und im Besonderen. Kirche verändert sich, permanent, mal schneller, meistens langsamer. Wenn man auf die letzten 2.000 Jahre zurückblickt, war immer Veränderung. Kirche musste sich immer wieder neuen gesellschaftlichen Herausforderungen stellen, sich neu ausrichten und ggfs. anpassen, damit Jesus Christus sein Erlösungswerk fortsetzen kann. „Da schreitet Christus durch die Zeit in seiner Kirche Pilgerkleid“, heißt es in einem bekannten Kirchenlied (GL 347,4). Während weltweit die katholische Kirche wächst – immerhin 1,4 Mrd. Menschen gehören ihr weltweit an – und der Fokus der Kirche mehr in Richtung globaler Süden gelenkt wird, schwächelt sie in Europa. Hier in Deutschland ist der Rückgang nicht nur zahlenmäßig sehr deutlich. Beide christliche Kirchen zusammen – unter 50%. Wir sind keine Volkskirche mehr, wir sind eher auf dem Weg zum Missionsland. Wir sind im Übergang zu einer Entscheidungskirche, wo die Weitergabe des Glaubens nicht mehr „automatisch“ erfolgt, sondern als bewusste Entscheidung. Es gibt ein Bündel von Faktoren, die diese Entwicklung auslöst und vorangetrieben hat. Und einfache Lösungen gibt es nicht…
Auch bei uns macht sich das mittlerweile sehr deutlich bemerkbar. Personal wird weniger, nicht nur Priester und hauptamtliche Mitarbeiter (Frau Rhein wurde schon verschiedet, Kaplan zum Ende der Oktav), sondern auch kirchengemeindliches Personal wie Küster und Organisten werden aus unterschiedlichen Gründen kaum nachbesetzt werden können. Die Basiszuweisungen des Bistums an St. Martin orientieren sich an den - sinkenden - Kirchensteuermitteln und werden auch deshalb nicht mehr automatisch an die Inflation angepasst. Gleichzeitig werden Betriebs- und Instandhaltungskosten immer teuer. 

Das trifft nicht nur Kirche, sondern auch die Kommune: Beerdigungen sind jetzt von Seiten der Stadt, abgesehen von Samstag, nur noch an 3 statt an 5 Tagen möglich. Heißt für uns: es knubbelt sich…. Und leider nicht zu vergessen: das Angebot der Regelgottesdienste wird immer weniger angenommen. Es gab Gottesdienste mit mehr Personal als Besuchern…. Vor diesem Hintergrund gibt es nach Abstimmung in allen Gemeinden ab Juli eine angepasste Gottesdienstordnung.

Alle Werktaggottesdienste von Dienstag bis Donnerstag entfallen. Merbeck konzentriert sich zukünftig nur auf den Freitag. Als Wallfahrtsort behält Holtum die Montagsmesse. Auch bei den Regelgottesdiensten am Samstag und Sonntag hat es einige kleine Anpassungen gegeben. Unten angefügt ist eine allgemeine Übersicht nur der Regelgottesdienste über zwei Monate als Überblick.
Sondergottesdienste zu Anlässen wie Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen, Jubiläen, Kirmes, Cäcilienfeste usw. bleiben b.a.w. nach Abstimmung soweit wie möglich bestehen.

Ich danke Ihnen für Ihr Verständnis und bitte Sie, diese Änderungen mit zu tragen. Wir wollen weiterhin in ganz St. Martin so viel es geht ermöglichen. Manches wird weniger, wie z.B. die Werktaggottesdienste, was aber auch Räume freisetzt für „anders Kirche“… Dabei dürfen wir darauf vertrauen, dass Jesus Christus auch heute durch seinen Geist wirkt. Die Kirche hat im Laufe ihre Geschichte schon mehrere Krisenphasen erlebt und überstanden.
Gemeinsam schaffen wir das

 

Ihr Pfarrer Franz Xaver Huu Duc Tran